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Filmprogramm - Neue Filme aus Spanien


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SIS DIES CORRENTS | THE ODD-JOB MEN

Ein Spielfilm von Neus Ballús
Spanien 2021 | 85 Min. | Originalfassung (Spanisch, Katalanisch, Tamazight) mit englischen Untertiteln

Moha ist der Neue im Team. In einem Vorort Barcelonas steigt er bei einer kleinen Klempner- und Elektrofirma ein, die von den zwei katalanischen Urgesteinen Valero und Pep geführt wird. Um seine einwöchige Probezeit zu überstehen, muss sich der junge marokkanische Klempner mit ebenso exzentrischen Kollegen und Kunden herumschlagen. Schafft Moha es, in Peps Fußstapfen zu treten?
Ausgehend von alltäglichen Charakteren und Situationen unterstreicht Regisseurin Neus Ballús mit den Augen des Einwanderers Moha die Merkwürdigkeiten und Obsessionen unserer Gesellschaft, die so gewöhnlich sind, dass man sie nicht mehr als solche betrachtet : von Kindern, die Erwachsene befehligen, bis hin zu Psychologen, die immer Lösungen für das Leben in petto haben. Ein charmanter, liebevoller und lakonisch surrealer Film und ein großes Vergnügen.Sis dies corrents lief 2021 im Wettbewerb in Locarno (Preis für den besten männlichen Hauptdarsteller) und u.a. in Toronto, Busan, Chicago und der Seminci in Valladolid.

Mi 1.12., 20.00 h, Atelier | ERÖFFNUNGSFILM
Di 7.12., 18.30 Uhr, Atelier


 

MAIXABEL

Ein Spielfilm von Icíar Bollaín
Spanien 2021 | 115 Min. | Originalfassung (Spanisch) mit deutschen Untertiteln

"Jeder verdient eine zweite Chance", sagt Maixabel Lasa auf die Frage nach den Gründen, warum sie den Mördern ihres Mannes gegenübersitzt. Maixabel verlor ihren Mann Juan María Jáuregui, als er im Jahr 2000 von der baskischen Untergrundorganisation ETA ermordet wurde. Elf Jahre später erreicht Maixabel eine unglaubliche Bitte: Einer der inhaftierten Mörder möchte sie im Gefängnis von Nanclares de la Oca in Álava treffen, wo er eine Strafe verbüßt, nachdem er sich von der Terrorbande gelöst hat. Trotz der Zweifel und des immensen Schmerzes willigt Maixabel Lasa ein, sich mit den Menschen zu treffen, die das Leben des Mannes, der seit ihrem sechzehnten Lebensjahr ihr Partner war, kaltblütig beendet haben.

Icíar Bollaín erzählt in ihrem neuen Film die wahre Geschichte der Baskin Maixabel Lasa, die bis heute an die heilende Wirkung des Zuhörens und des Miteinandersprechens glaubt und einen mutigen Schritt in Richtung Frieden und Vergebung wagt.

Maixabel lief 2021 im Wettbewerb in San Sebastián und erhielt den Preis Irizar al Cine Vasco und den katholischen Signis-Preis.

Sa 4.12., 20.30 h, Atelier
Mi 8.12., 18.00 h, Atelier


 

LIBERTAD

Ein Spielfilm von Clara Roquet
Spanien 2021 | 104 Min. | Originalfassung (Spanisch) mit englischen Untertiteln

Lange haben sich die Vidals nicht mehr in ihrer Sommervilla an der Costa Brava getroffen. Jetzt verbringt die Familie den letzten gemeinsamen Urlaub mit Großmutter Ángela, die an einer fortgeschrittenen Alzheimer-Krankheit leidet. Nora ist 14 und hat zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, dass sie ihren Platz nicht finden kann: Kinderspiele findet sie lächerlich und Gespräche mit Erwachsenen sind für sie noch eine Nummer zu groß. Doch alles ändert sich mit der Ankunft von Libertad, der 15-jährigen Tochter von Rosana, der Kolumbianerin, die sich um ihre Großmutter und den Haushalt kümmert. Die rebellische und anziehende Libertad wird für Nora das Tor zu einem anderen Sommer und die beiden Mädchen schließen schnell eine intensive und ungleiche Freundschaft. Ein frischer und bewegender Coming-of-Age-Film über eine Sommerfreundschaft und ein aufkommendes neues Bewusstsein. Libertad, das Spielfilmdebüt der katalanischen Regisseurin Clara Roquet, überrascht als brillanter und zugleich schmerzhafter Beitrag über den Zustand des Privilegs. Der Film feierte seine Premiere in der Semaine de la Critique in Cannes 2021 und eröffnete jüngst die Seminci in Valladolid.

Do 2.12., 20.30 h, Atelier
Di 7.12., 20.15 Uhr, Atelier


 

INVISIBLES

Ein Spielfilm von Gracia Querejeta
Spanien 2019 | 83 Min. | Originalfassung (Spanisch) mit englischen Untertiteln

Elsa (Emma Suárez), Julia (Adriana Ozores) und Amelia (Nathalie Poza), drei Freundinnen um die 50, treffen sich einmal in der Woche zum gemeinsamen Spaziergang im Park. Was anfangs der Fitness dienen sollte, wird immer mehr zu einer seelischen Notwendigkeit. Die drei Freundinnen gehen spazieren und unterhalten sich, streiten, lachen und leiden. Sie sprechen über Beziehungen und persönliche Befindlichkeiten, aber auch über gläserne Decken, Belästigung, verlorene Jugend und frustrierte Mutterschaft. Auf ihren Spaziergängen im Stadtpark teilen sie mit, was in ihrem Leben vor sich geht, drücken ihre Gefühle aus, rächen sich, sind ehrlich, nehmen ihre Masken ab... oder auch nicht.
Mit witzigen Dialogen und geistreich-vernichtenden Beobachtungen erkundet der Film weibliche Frustrationen in einer Gesellschaft, in der reife Frauen scheinbar unsichtbar sind. Gracia Querejetas Invisibles ist eine Hommage an die Freundschaft und an das Flanieren und eine beeindruckend minimalistische Geschichte, die – mittels kluger Dialoge und der glänzenden Arbeit der drei Schauspielerinnen – der Kunst des Wandelns eine frische Brisanz verleiht.

Fr 3.12., 20.30 h, Atelier


 

INTEMPERIE | OUT IN THE OPEN

Ein Spielfilm von Benito Zambrano
Spanien 2019 | 103 Min. | Originalfassung (Spanisch) mit englischen Untertiteln

1946 im sonnendurchglühten Andalusien. Seitdem der neue Patron (Luis Callejo) und seine Männer das Sagen haben, herrscht in der Gegend Angst und Schrecken. Als der 12-jährige Chani, Sohn bitterarmer Landarbeiter, ihn bestiehtl, muss er vor dem allmächtigen Patron fliehen. Dessen brutale Leute foltern und morden, um ihn wieder einzufangen. Der misstrauische und traumatisierte Junge findet im ehemaligen Soldaten Moro (Luis Tosar), nun ein wandernder Hirte, zum ersten Mal einen Menschen, dem er vertrauen kann, und offenbart diesem schließlich auch ein schreckliches Geheimnis. Doch der Patron und seine Männer sind unerbittliche Verfolger.
In Benito Zambranos Filmen geht es stets ums Überleben und darum, wie der Einzelne mit der Ungerechtigkeit der Gesellschaft umgeht. Intemperie spiegelt dieses Anliegen wider und hebt sein Werk durch spektakuläre Fotografie auf eine neue Ebene. Mit nur vier Spielfilmen in seiner Filmografie gilt Benito Zambrano heute als einer der führenden Regisseure Spaniens. Intemperie, ein fesselnder Film mit Anklängen an den klassischen Western, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jesús Carrasco. Er wurde bei der Goya-Preisverleihung 2019 für das beste Buch und den besten Song ausgezeichnet und war der Eröffnungsfilm der Seminci in Valladolid.

Mo 6.12., 20.15 h, Atelier


 

SANMAO: LA NOVIA DEL DESIERTO | SANMAO, DIE WÜSTENBRAUT

Ein Dokumentarfilm von Marta Arribas und Ana Pérez de la Fuente
Spanien 2019 | 86 Min. | Originalfassung (Spanisch, Chinesisch, Englisch) mit englischen Untertiteln

In den 1970ern erlebte die berühmte chinesische Schriftstellerin Sanmao eine leidenschaftliche Liebesgeschichte mit dem spanischen Taucher José María Quero. Sie reisten in die von Spanien besetzte Westsahara, wo Sanmao ihre täglichen Erlebnisse in dem 1976 erschienenen Buch Geschichten aus der Sahara festhielt, das in Taiwan und China ein Bestseller wurde. Sanmao - in China geboren und in Taiwan aufgewachsen - inspirierte mit zahlreichen Veröffentlichungen Generationen junger Frauen, die sich nach Unabhängigkeit von konservativen gesellschaftlichen Normen sehnten. Auf der Suche nach Freiheit vom repressiven taiwanesischen Bildungssystem entscheidet sich die junge Sanmao für ein Leben als Bohemienne im Ausland. Auf ihren Reisen bringt sie eine Reihe literarischer Werke hervor, die den Daheimgebliebenen so fantastisch erscheinen, dass sie glauben, sie würde Fiktion schreiben. Mit wachsendem Selbstbewusstsein, radikalem Geist und unbändigem Hunger nach Abenteuern schafft sie ein bemerkenswertes Werk aus Reiseliteratur und Autobiografie.
Die Regisseurinnen Ana Pérez de la Fuente und Marta Arribas bedienen sich Sanmaos Worte, des Archivmaterials und alter Filme und verweben sie zu einer eingehenden Nacherzählung ihres außergewöhnlichen und komplexen Lebens. Sanmao, la novia del desierto lief 2020 im Wettbewerb in Málaga.

So 5.12., 20 h, Atelier


 

A ESTE LADO DEL MUNDO | AUF DIESER SEITE DER WELT

Ein Spielfilm von David Trueba
Spanien 2020 | 96 Min. | Originalfassung (Spanisch) mit englischen Untertiteln

Alberto, ein junger naiver Ingenieur, wird in einem ungünstigen Moment aus seiner Firma entlassen, denn er plant mit seiner Freundin ein Haus zu kaufen und eine Familie zu gründen. Dann aber meldet sich sein ehemaliger Chef wieder und bietet ihm einen Auftrag außerhalb des Unternehmens an. Vito kann es einfach nicht ablehnen. Der Job bringt aber eine Reise in die Stadt Melilla mit sich, der spanischen Exklave in Nordafrika. Dort angekommen trifft er auf die resolute Nagore und stoßt auf eine Welt, die ihm vollkommen unbekannt war: die Welt der Migranten aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara, die es über Algerien und Marokko nach Melilla geschafft haben und von dort weiter nach Spanien oder in andere Länder der Europäischen Union gelangen wollen. David Trueba konzentriert sich in seinem schlichten Film auf die Perspektive des europäischen Bürgers und lässt ihm die Probleme direkt spüren.

A este lado del mundo lief 2020 beim Wettbewerb in Málaga.

Mo 6.12., 18.30 h, Atelier


 

ÁNGELES CON ESPADA | ANGELS WITH SWORDS

Ein Dokumentarfilm von Javier Rioyo
Spanien 2020 | 90 Min. | Originalfassung (Spanisch) mit englischen Untertiteln

Das Valle de los Caídos, das Tal der Gefallenen, ist das größte architektonische Zeugnis der  Francozeit und eine persönliche Besessenheit des Diktators: Francisco Franco suchte den Ort aus, enteignete das Land, befahl, um jeden Preis zu bauen, entschied über die Erbauer und die Ästhetik – eine Ethik war nicht vorgesehen. Eine in Stein gemeißelte Geschichte von Ausbeutung und Verschwendung eines millionenschweren Bauwerks in einem zerstörten Land und ein Symbol, das auch Kämpfe innerhalb des Regimes auslöste: Franco-Anhänger gegen Falangisten. Es war – und ist es seit Oktober 2019 nicht mehr – der Ort, an dem der Diktator über 40 Jahre lang unter fünfzehnhundert Kilo Granitstein begraben war. Javier Rioyo, einer der renommiertesten Regisseure historischer Dokumentarfilme in Spanien, schildert in Ángeles con espada die Entstehung, den Bau und das Leben in dem schmachvollen Tal der Gefallenen – eine Geschichte der größenwahnsinnigen Träume des Mannes, der sich für den Retter des Glaubens und des Landes hielt.
Ángeles con espada feierte seine Premiere bei der Seminci in Valladolid im Oktober 2020.

Sa 4.12., 18.45 h, Atelier


 

TOLORIU

Ein Dokumentarfilm von Patricia Ordaz Cruz
Spanien 2020 | 60 Min. | Originalfassung (Spanisch, Katalanisch) mit englischen Untertiteln

„Toloriu ist ein winziges Dorf in den katalanischen Pyrenäen, in dem fast niemand mehr lebt. Ich kam an diesen Ort und suchte nach einer Geschichte, die ich gehört hatte und die sofort mir gehörte: Vor fünfhundert Jahren eroberte Joan de Grau, Baron von Toloriu, ferne Länder und brachte bei seiner Rückkehr Xipahuatzin, eine aztekische Prinzessin. Als ich versuchte, die Spuren dieser Legende zu finden, entdeckte ich auch die gesamte Bildsprache dieses Dorfes und seiner Menschen: ihre Musik, ihre Sommerzeiten, ihre Angst vor dem Verschwinden…. Existieren wir jenseits der Geschichten, die wir erzählen?“
Patricia Ordaz Cruz (geb. 1986 in Mexiko) bringt uns in ihrem bemerkenswerten Debütfilm die kleine Welt eines gottverlassenen Dorfes in den katalanischen Pyrenäen bewegend nahe – eine Welt, in der Rancheras so ausgelassen gesungen werden, als sei es ein ländliches Fest in ihrer Heimat.

Sa 4.12., 17.15 h, Atelier

 

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